Zinschart - steigende Rentenkurse

Burj Al Arab

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Die Aktienkurse steigen und steigen … Dow Jones, Dax, FTSE ... eilen von Rekord zu Rekord …

Die Entwicklungen an den Finanzmärkten weltweit sind für mich nicht mehr nachvollziehbar. Dow Jones, FTSE, Dax und Co ... markieren neue Höchststände, obwohl ungelöste geopolitische Probleme im Raum stehen. Besonders die mir bekannten Indikatoren zur Einschätzung der Finanzmärkte machen mich sehr nachdenklich (Geldmenge, Zinsen, Arbeitsmarkt, Unternehmensnachrichten, etc.) und warum denn die Kurse deswegen immer weiter steigen sollen !? Ist die alte "Bubble" durch das billige Geld der letzten Jahre wieder richtig aufgeblasen worden ? Platzt die "Bubble" diesmal wirklich ? Es ist so viel Geld im Umlauf, dass Private Equity / Venture Capital Gesellschaften immer größere Fonds auflegen können und den übernommenen Firmen einheizen. Der Druck von den Investoren auf diese Gesellschaften hohe Renditen generieren zu müssen, verändert das Denken aller beteiligter Akteure und provoziert auch geopolitisch eine Spaltung der Weltgemeinschaft. Die jüngsten Wahlergebnisse in Mittel -und Südamerika zeigen für mich die ersten Tendenzen einer Polarisierung. Selbst das veraltete System von Castro auf Cuba erlebt deswegen ein Comeback. Castro selbst ist wohl laut Forbes sogar ein smarter Geldanleger, besser als so mancher Nachbar in Florida :-) Die geheimnisvollen Hedge-Fonds kommen ja auch noch dazu, die durch Ihre extremen Hebelwirkungen die Kurse besonders stark treiben können. Ich nenne es einfach mal "Globalisierung", oder "neoliberale Entwicklung". Wie auch immer man es definiert - Wie wird die Entwicklung langfristig enden ?

Im Moment importiert der (noch) größte Konsument bzw. die größte Volkswirtschaft der Welt mehr Waren als diese Volkswirtschaft exportiert. Das US-Handelsbilanzdefizit markiert einen Rekord nach dem anderen. Wie lange können die USA diesen Zustand noch aufrecht erhalten ? Für mich persönlich besteht die Volkswirtschaft der USA aus einem riesigen Konsumentenkredit. Klar ist es besser zu konsumieren, selbst wenn ich kein Geld für den Konsum habe, als Guthaben auf einem Sparbuch zu bunkern (wie bisher in Japan). Die Konsumgüter müssen hergestellt werden und schaffen Arbeitsplätze bzw. erhalten diese indirekt. Aber irgendwann muss ein Kredit bedient werden, ansonsten induziert sich ein möglicher credit crunch. Ich sehe also eine große Gefahr für die Weltwirtschaft, wenn die Verbraucher keine Kredite mehr bedienen können. Diese Möglichkeit kann durch den Verlust von Arbeitsplätzen und höhere Zinsen ausgelöst werden. Die Zinsen müssen irgendwann steigen, weil es zu einer Rohstoffverknappung durch den ungezügelten Konsum kommen wird und die Inflation einheizen wird. Rohstoffe sind nur in einem begrenzten Maße vorhanden und die Verknappung wird sogar noch durch das kopieren der kreditfinanzierten Konsumgesellschaft anderer Länder beschleunigt. Ich verstehe auch nicht, wo neue Absatzmärkte für Konsumprodukte entstehen sollen !? In jeder kopierten kreditfinanzierten Konsumgesellschaft wird es irgendwann zu einer Sättigung kommen bzw. wenn die Rohstoffe überhaupt solange reichen, diesen Sättigungsgrad erreichen zu können.

Was ergibt sich in dieser Situation für den Anleger ? Wo kann ich noch investieren ? Aktien, Anleihen und Gold sind hoch bewertet. Immobilien die man nicht selbst nutzt, sind natürlich auch von dieser Entwicklung betroffen. Wenn die Stimmung kippen sollte, fallen potentielle Mietzahlungen aus und die jetzt teuer gekauften Immobilien verlieren an Wert. Ich denke, es ist die beste Zeit für Trader, weil alle Wissen, das etwas passieren wird. Auch ist es sinnvoll an den Gewinnen bei der Vergabe von Krediten mit zu partizipieren, wie z.B. in Form von nachrangigen Anleihen. Auch ein Einstieg in die Bereiche Private Equity / Venture Capital, könnte sich noch lohnen, wobei man nicht mehr so viel erwarten sollte wie in der Vergangenheit. Für langfristig orientierte Anleger ist es sehr schwer geworden, eine richtige Entscheidung zu fällen. Auf Rohstoffe setzen ist eine Möglichkeit, aber bei einem Zusammenbruch des Konsums braucht auch keiner mehr so viele Rohstoffe. Ich denke, sollte sich der Gedanke von nachhaltigen Wirtschaften durchsetzen, wären Investitionen im Bereich Wasserversorgung und nachwachsende Rohstoffe sinnvoll. Nachwachsende Rohstoffe beinhalten Pflanzen, die als Ersatz für die klassischen Rohstoffe wie Öl und Gas dienen könnten. Ferner könnte so aktive Entwicklungshilfe geleistet werden und verloren geglaubte Absatzmärkte reaktiviert werden.

Ich nehme jedenfalls die erzielten Gewinne mit und hole mir die "neuen" staatlichen Zuschüsse zum Alterseinkünftegesetz vom Staat als Ausgleich dafür ab, die mir bei anderen Kapitalanlagen an Steuern abgezogen worden. Klingt vielleicht ganz clever, ist aber insgesamt Irrsinn ! Erst wenn die ganzen Buben in Ihren feinen Anzügen in Panik geraten und die Bild-Zeitung zum Ausverkauf bläst, werde ich wieder zu den Käufern wechseln, um später noch mehr Steuern zahlen zu müssen :-)

In diesem Sinne: " Alles wird gut - vielleicht aber auch nicht".

 

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